Silja Walters mystische Chronikspiele

zwischen Tradition und Moderne

Jean-Claude Goldschmid

2013 284 Seiten, broschiert

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978-3-7278-1743-4

In dieser Arbeit werden Silja Walters mystische Chronikspiele zwischen Tradition und Moderne untersucht. Zunächst wird dabei geistliche Dichtung generell im theoretischen Spannungsfeld zwischen Theologie und Literaturwissenschaft verortet. Anschliessend wird die rezeptionsästhetische Perspektive exemplarisch im Bezug auf Silja Walters letztes Spiel "Das Haus der neuen Schöpfung" thematisiert. Der dritte Abschnitt dient der Einführung ins Leben und Werk Silja Walters, bevor in einer ausführlichen Begriffsbestimmung mein neuer Gattungsbegriff des mystischen Chronikspiels bestimmt wird - dies auch in Abgrenzung bzw. Parallelität zum Begriff des Mystischen. Schliesslich wird die Entwicklung der Gattung Mysterienspiel in ihrer historischen Dimension - zurückgehend auf das Mittelalter - diskutiert.

Den eigentlichen Kern der Arbeit macht dann die inhaltliche Detailanalyse der mystischen Chronikspiele aus, wobei eine Typologie dieser Spiele entwickelt wird: sie werden eingeteilt in alttestamentarliche Spiele, Weihnachts-, Passions- und Osterspiele, Heiligenspiele, Chronikspiele, Evangelienspiele sowie entsprechende Mischformen. Den Abschluss bildet schliesslich eine gründliche formale Analyse, wobei Themen wie die Metaphorik, der Gegensatz zwischen Prosa und lyrischer Sprache, Fragen zum Aufbau und den Figuren sowie zur szenischen Darstellung im Mittelpunkt stehen. Im Anhang findet sich nicht nur eine ausführliche Zeittafel zum Leben und Werk Silja Walters, sondern auch zwei Interviews

 

In this thesis I analyze Silja Walter’s mystical chronicle-plays between tradition and modernity.  At first, clerical literature is generally located in the theoretical area of conflict between theology and literary studies. Afterwards, the perspective of the recipients is examined exemplarily, referring to Silja Walter’s last play “The House Of The New Creation”. The third chapter serves as an introduction to the life and work of Silja Walter, before I define my new generic term of mystical chronicle-play – in contrast respectively in parallelism to the term of mysticism. Eventually, I discuss the development of the genre mystery play in its historical dimension – going back to the Middle Ages.

The core of the work is the  analysis of these mystical chronicle-plays with regard to content, at which I shall develop a typology of these plays. They are grouped into Old Testament plays, Christmas plays, Passion and Easter plays, Saint’s plays, chronical plays, Evangelical plays and forms of mixture. The end of the thesis consists of an efficient formal analysis. Thereby, themes like the imagery, the opposite between prose and lyrical language, composition, characters and scenic presentation take centre stage. In the appendix, one doesn’t only find a detailed timetable about the life and the work of Silja Walter, but also two interviews that J.-Cl. Goldschmid could lead with S. Walter.

 

Jean-Claude Goldschmid hat Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Zürich studiert (u.a. bei Peter von Matt, Sigrid Weigel, Paul Michel sowie Georg Kohler) und Ende 2004 mit dem Titel Lic. phil. I abgeschlossen. Anfang 2008 hat er zudem das Diplom für das Höhere Lehramt an Mittelschulen in den Fächern Deutsch und Geschichte erworben Er lebt in Winterthur, ist 1975 geboren und ist beruflich unter anderem als Mittelschullehrer und Journalist tätig.