205 / Bild-Buchstaben und symbolische Zeichen

Morenz, Ludwig D.
Die Herausbildung der Schrift in der hohen Kultur Altägyptens 2004 XXII-386 S. Fr. 110.- ISBN 3-7278-1486-1

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3-7278-1486-1




Ludwig D. Morenz

Bild-Buchstaben und symbolische Zeichen

Die Herausbildung der Schrift in der hohen Kultur Altägyptens

Reihe: Orbis Biblicus et Orientalis (OBO), Band 205

Die Herausbildung der Schrift im Alten Ägypten gehört zu den spannendsten Fragen der Kulturgeschichte. Der vorliegende Band verbindet die empirische Auswertung neuerer Funde (insbesondere aus Abydos) mit der Weiterentwicklung älterer theoretischer Ansätze und entwickelt auf dieser Basis ein komplexes Modell des so vielschichtigen wie langfristigen Prozesses. Der Weg von einer in der Kultur des Niltales um 3300/32000 einsetzenden Phase der Bilder-Laut-Schrift, in der einzelne Wörter notiert wurden, hin zu einer entwickelten Laut-Bilder-Schrift, in der seit 2800/2700 auch grammatikalische Elemente der Sprache und damit narrative Texte fixierbar waren, wird anhand zahlreicher neuer Lesungen früher Schriftbeispiele nachgezeichnet. Im Zentrum steht dabei die Frühschrift. Die Anwendung des Rebus-Prinzips ermöglichte die Phonetisierung der Bilder. Die damit von der Bildbedeutung abgelöste Notierbarkeit von Lautwerten wurde primär für die Fixierung von Eigennamen genutzt. Sprach- und Kulturkontakte wirkten insofern als wesentlicher Motor für die Herausbildung der Schrift, als die Notation der Lautwerte für fremdsprachliche Namen besonders wichtig war. Insgesamt kann jedoch kein einzelner Faktor als Auslöser der Schriftentstehung isoliert werden. Sowohl ökonomische und administrative als auch ideologische und sakrale Interessen spielten eine treibende Rolle. Für die Schaffung einer entwickelten Schrift hingegen – also der phonetischen Fixierung komplexer narrativer Botschaften – waren (re-)präsentative bzw. sakrale Bedürfnisse ausschlaggebend. Die konkreten ägyptischen Belege werden diskutiert und kulturhistorisch verortet. Außerdem wird vergleichend die Entwicklung im mesopotamischen Bereich genauer untersucht. Dabei zeigen sich bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen den beiden ältesten bekannten Schriftkulturen ohne dass eine direkte Abhängigkeit behauptet werden könnte.

Ludwig D. Morenz, geb. 1965, Privatdozent und Heisenberg-Stipendiat an der Universität Leipzig. Forschungen und zahlreiche Artikel zu: ägyptische Literatur, Ursprünge der Schrift und der hohen Kultur Altägyptens, Visuelle Poesie, Kulturkontakte zwischen Ägypten, der Levante und dem Vorderen Orient sowie Ägyptenrezeptionen.

XXII-386 Seiten, gebunden,
Fr. 110.-
ISBN 3-7278-1486-1